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Turniere geſtattet iſt, ſeine Dame anzuſprechen, aber ſo Euch meine Verehrung ebenſo viel gilt, wie dem edlen Weibe die Liebe ihres Erwählten, ſo darf ich mich rühmen, von Euch aufgenommen und Eures Vertrauens zu meiner Pflicht gewiß zu ſein.“—
—„Euer Anblick in der Stechbahn überraſchte mich; — ſind es doch kaum acht Tage, daß ich Euch in Caſſel ſah und Ihr mir vom Landgrafen, meines Gemahls Großvater, zum Ehrenritter beigegeben und zum Rückgeleit nach Schloß Münden beſtimmt wurdet. Damals wußtet Ihr noch nicht, ob Ihr zum Turniere kommen würdet.“—
—„Ich wäre vielleicht nicht gekommen, denn der Land⸗ graf entbehrt nicht gern den gewohnten Verkehr mit mir in ſeinen alten Tagen. Ihr habt geſehen, wie der alte, eiſerne Herr in eines Neunziger Jahren noch rüſtig iſt, gern Schwert und Lanze ſchwingen möchte, wie er's gewohnt iſt, und, der Fehde müde und nachdem ſich das Blut des jüngeren Mannes gekühlt und des Alters friedlicherer Sinn ſich wie Abendroth nach ſtürmiſchem Tage über ſeine Seele ausgebreitet hat, gern noch dem Waffenſpiele ſein munteres Auge zukehrte, wenn er nicht ſeit einigen Tagen bettlägerig wäre und ſeine Gedanken auf ernſtere Dinge gerichtet hätte. Geſtern ſandte er mich von Caſſel ab, um dem großen Turniere, das ſeine ritterliche Neigung mit Luſt erfüllt, beizuwohnen, um ihm erzählen zu können von Kampf und Feſt. Unterwegs fand ich die Fulda vom Thauwaſſer der Gebirge ausgetre⸗ ten, ich mußte außerdem im Schloſſe Münden bei der Her⸗ zogin Jutta verweilen, die mir auftrug, mich nach Eurem heiteren Sinne zu erkundigen, und traf in Göttingen heute


