Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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ſich hinter den Seſſel der Herzogin begab, mit edler, ſtolzer Haltung jener näherſchritt, ſein Knie beugte und ſein Haupt vor der Fürſiin neigte und ſprach:Ihr habet mich, herzogliche Gnaden, mit dieſer Kette zu Eurem Ritter ge⸗ macht und mich nach dem Kampfſpiele hierher beſchieden; hier bin ich, mich Eurem Dienſte zu widmen; gebietet über meinen Arm, ſo ihr deſſen bedürfet, aber noch mehr über mein Gefühl und meine Geſinnung.

Stehet auf, Ritter Eckhard erwiderte Mar⸗ garethe, das Wohlgefallen an dem Manne, der Kraft, Ent⸗ ſchloſſenheit und männliche Sicherheit mit edler, ernſter Ruhe und Gefühl vereinigte, durch die Milde verrathend, die un⸗ willkürlich die ſtrengere Miene der Fürſtin verwiſchte; ſtehet auf, Herr Ritter ein ſtarker, tapferer Mann ge⸗ hört nicht zu den Füßen einer ſchwachen Frau; ich heiße Euch in Göttingen willkommen und bewunderte Euren Muth, den Preis der kühnen Waffenthat, den Ihr einem Edelfräulein ſchuldig waret, zu meinen Füßen zu legen; Ihr habt gewiß manchen Stolz damit beleidigt und man⸗ ches wohlgefälligen Blickes Erwartung getäuſcht; was Ihr an eiferſüchtigen Herzen etwa gegen mich herausgefor⸗ dert habt, das wird mir Euer Ritterdienſt wieder aus⸗ gleichen.

Mein Herz iſt nicht entzündet von der Gewalt, welche des Mannes Leidenſchaft zum Handeln in galante, weiche Rittertugend wandelt; dieſe goldene Kette, die ein Sclave der unmännlichen Liebe trug, empfing ich von Euch als freier Mann zu Eurem freien Dienſte. Es geziemt mir nicht, mit Euch zu reden, wie es dem Ritter nach dem