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bei der Stechbahn vor Ritterſchaft und Volk behauptet hatte.—„Des ſtolzen Otto fürſtliche Gemahlin ſollt Ihr ſein,“— hatte ihr der Herzog heute Morgen beim Empfange im Ritterſaale zugeflüſtert, und ſie hatte ſeinen gebieteri⸗ ſchen Blick wohl verſtanden; gehorchen war des Weibes Pflicht und Sitte der Zeit.
Zweites Kapitel.
Ritter Eckhard von Rönfurt trat ein; er hatte ſeine Rüſtung gegen ein einfaches Feſtkleid vertauſcht, ein rothes Wamms mit weißen Seidenbauſchen und ſilbernen Sternen beſetzt; ein weißes ledernes Beinkleid, das, eng anſchließend, im niedern umgeſtülpten Stiefel ſich verlor; ein freier, kräf⸗ tiger Hals, von geſtickter Krauſe umgeben; ein Barret mit rother und weißer Feder in der Hand und ein blitzendes Schwert am ſchwarzen, mit Sternen geſchmückten Gehäng; das feſte, mehr mänulich entſchiedene, als hübſche, vom blonden Barte und kurzgeſchnittenen Haupthaare umlockte Geſicht, deſſen Züge von einem etwas düſteren Ernſte be⸗ herrſcht, aber von großen, ruhig blickenden, ſchwärmeriſch glimmenden Augen erwärmt und belebt wurde, ehrfurchts⸗ voll auf die Herzogin gerichtet; die im Kampfe erworbene goldene Kette als Bruſtgehäng tragend— das war die Erſcheinung des Ritters, welcher dem vor ihm eintretenden Hoffräulein Hanna von Kehl folgte und, während dieſe


