Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Iſt der Bürger fort? fiel Margarethe ſchnell ein, als ſei es ihr ein Bedürfniß, ſchnell ihre Gedanken abzulenken.

Ich geleitete ihn an das Thor; er dankt Euch mit freudigem Muthe; er will ſeine Freunde ſammeln, ſein Haus feſtlich einrichten und heute Abend die Liebſte zum Altar führen, wenn Ihr es ihm gewähren wollt. Vernehmet meinen Rath: Gebet die Liebenden ſchnell zuſammen, ein Eheweib hat einen mächtigen Schutz am Manne, Ihr ſeid Eures Schutzes ledig, der Vogt und der junge Ritter werden ihre Nachſtellungen aufgeben, das Sacra⸗ ment ſtellt Gertrude unter die Hut der Kirche, des Göttinger Bürgers ehelich' Weib iſt unter des Rathes Schutze.

Margarethe hörte den geiſtlichen Freund gedankenvoll an.Und der Herzog? begann ſie in der Haſt ihrer ſtillen Reflexionen, hielt aber, von des Mönchs mahnen⸗ dem Blicke getroffen, ſchnell ein und fuhr fort:Ja, Henri⸗ cus, thue, was Du für gut findeſt; überlege; nachdem Feſt⸗ mahle rede mit mir, was mit Getruden geſchehen muß.

Ich werde Euch die letzte Sorge abnehmen be⸗ befehlt, das der Ritter eintrete, und dann ruhet bis zum Zeichen des Feſtmahles.

Geh' treuer Henricus geh' ich wollte, es wäre die Vesper ſchon gekommen.

Als der Geiſtliche ſich entfernt hatte, ſchritt Margarethe am Spiegel vorüber, ſtrich ſtch mit leichter Hand über die Augen, ließ dann die Glocke ertönen und nahm im Seſſel Platz. Dem eintretenden Pagen befahl ſie, den Ritter vor⸗ zulaſſen. Als bald darauf die Thür geöffnet wurde, zwang ſich Margarethe, die Haltung wiederzugewinnen, die ſie