Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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trude beherrſcht; ſehet das Glück, das in ihren Augen um Euren Segen fleht!

Margarethe wendete ſich herum, ſah Henricus feſt, inhaltsſchwer und mahnend an, ſchlug dann das Auge auf Gertrude nieder, die ſich von Neuem zu ihren Füßen geworfen 6 hatte, und ſchwieg. Wie in tiefen Gedanken ſprach ſie dann halblaut:Ach! die Liebe iſt die höchſte Macht! Was iſt das Diadem der Welt gegen die ſüße Dornenkrone im liebenden Herzen!

Jhr zürnet mir nicht? begann Gertrude,

vom milderen Blicke der Herzogin ermuthigt;Wenn Ihr meine Liebe anerkennt und ſie für des Weibes Loos im Himmel und auf Erden haltet, o! ſo helfet mir!

Die Herzogin reichte der Knieenden die Hand. Kniee vor Gott und danke ihm; bete für mich er iſt mächtiger als irdiſche Herrſcher! Was kann ich Dir thun?

Nehmet mich ſo lange in Schutz, bis ich des Man⸗ nes rechtmäßige Gattin bin; entfernet mich nicht von Göttingen, daß ich dem Manne meines Herzens nahe bleibe;

o! ſegnet mich und ihn! Er hat eben zu mir geſprochen, noch höre ich in meiner wogenden Seele ſeine Worte, die mir verkündeten, daß er mich ſchnell unter ſeines Hauſes ſicheres Dach führen und Euch bitten wolle, aus Eurer 0 Hand ihm das Weib zu geben, das er Eurer Gnade in treuer Unterthänigkeit zeitlebens danken werde. Das Sacrament der Ehe nahm Henricus das Wortiſt ein unzerreißbares Band, das die Anfech⸗ tungen des Mädchens zurückſcheuchen und zugleich kirch⸗