Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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lichen Schutz gewähren wird. Der junge Brauherr iſt in der Lage, jede Stunde ſein Weib in ein wohlbeſtelltes Haus einführen zu können.

Man ſoll mir nicht vorwerfen, der Sitte und Ge⸗ rechtigkeit durch meinen Willen vorausgeeilt zu ſein erwiderte die Herzogin nach kurzer Ueberlegung;die Tochter ſteht unter dem göttlichen Geſetz der Eltern und nur, wenn ſie ungerecht an ihrem Kinde handeln, iſt es der Mächtigeren Pflicht, die elterliche Gewalt zu brechen. Ich werde meinen Boten nach der Maſchmühle ſenden und Vater und Mutter heute Abend zu mir gebieten. Nun geh', Gertrude, heiße deinem Liebſten, daß er die Burg verlaſſe; Henrieus, geleite ihn ſicher hinaus; er ſoll mir das Tuch der Frau von Oldershauſen zurücklaſſen; kehre ſogleich zu mir zurück.

Gertrude küßte im lebhafteſten Dankgefühle der Herzo⸗ gin Hand dieſe winkte ſie ſanft hinweg der Mönch führte die Glückliche fort.

Margarethe ſah noch auf die Schwelle, wo Gertrude verſchwunden war.Wie wahr und ſelig iſt dieſe Liebe! Wie gekünſtelt die Ritterminne, worunter ſich die Selbſtſucht des Mannes verbirgt, um das Weib durch Galanterie und Phraſe über ſeine Sclaverei zu täuſchen! Und wie gern täuſcht ſich das Weib, indem es dem Gebieter über ſein Schickſal Tugenden beimißt, die es mehr fürchtet, als achtet! Nicht des Weibes Gemüth ſuchen jene ſtolzen Edelmänner, ſondern nur ſeine Schönheit, ſeinen Dienſt; nicht theilen ſie des Weiberherzens Neigung und Beſtimmung, ſondern zwingen es in ihr Schickſal und ihre Laune. Ach! wie