— 24—
widerte die Herzogin mit erzwungener Ruhe. Gertrude ließ ſcheu und hülfeſuchend ihren Blick nach dem Mönche ſchweifen, der im Hintergrunde ſtand und die Scene be⸗ obachtete.
—„Fraget den ehrwürdigen Pater“— ſprach ſie— „er hat den Mann geſehen, ihm, dem Geiſtlichen, hat mein Herz nach friſcher That gebeichtet, ihm entdeckte ich im wogenden Gefühle des Glücks meine Liebe.“—
—„Deine Liebe? Iſt dieſes Gefühl die Frucht eines Augenblicks?“—
—„ZIch vermag darüber nicht zu ſinnen, ich weiß nur, daß ich glücklich bin, muthiger, geſchützter.“—
—„Geſchützter? So wenig fühlteſt Du Dich unter meinem Schutze ſicher?“—
—„Verzeihet mir, ich habe keinen Namen für meine Empfindung— wenn mir Helmold, der Göttinger Bürger und Brauherr, auch nicht vor dem Heiligſten und bei ſeiner Seele Heil gelobt hätte, meines Lebens Schutz und treuer Gefährte zu ſein, ich müßte ihm doch vertrauen und glauben. Bei ihm fühle ich kein Bangen, ihm kann ich meine Ehre und Unſchuld zur treuen Hut anheimſtellen— es iſt mir, als müßte ich ihm in Allem gehorchen und nur ſeinem Willen leben.“— —„Steh' auf, Gertrude“— ſagte die Herzogin zwar mit befehlendem Tone, aber mit ſanfter Hand das ſchöne Mäd⸗ chen aufhebend.—„Hohe, himmliſche Gefühle dürfen nicht zu meinen Füßen um eine irdiſche Gnade flehen; Deine Liebe iſt ſtärker als Deine Treue zu mir.“—
—„Nennet das nicht ſo— gnädige Herzogin;— Euch


