Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Glück anzuvertrauen. Befehlet Ihr, daß Gertrude Euch den Mann ihres Herzens vorführe? Margarethe war bei des Geiſtlichen Worten ſtill und ernſt geworden, hatte den Blick geſenkt, die Hand auf das Herz gelegt und antwortete nicht ſofort auf die Frage. Nun hob ſie mit raſcher Be⸗ wegung das Haupt und ſah den Freund unruhig, zer⸗ ſtreuten Blickes an, als würde ſie jetzt erſt deſſen Gegenwart gewahr und als fühle ſie ſich erſchrocken, das ihre ſtillen Gedanken einen Zeugen gehabt haben könnten.Rufe Gertrude, ſprach ſie ſo ſchnell, daß es faſt ſchien, als beun⸗ ruhige ſie des geiſtlichen Freundes klarer Blick. Henricus ging.

Margarethe ſah ihm nach, blieb unbeweglich ſtehen und ſeufzte; ihre Lippen hauchten dieſe Worte, wie ein weiches Echo der Bewegung ihrer Seele.Ach! ſprach ſie kaum hörbar,es wird mir ſo wohl thun, aus einem natürlichen, reinen Herzen die Sprache der Liebe zu vernehmen von ihm zu hören, was meinem Herzen geboten iſt, ewig zu verſchweigen. O! wie glücklich iſt ein Mädchen, das nach eigener Wahl dem Herzen genügen darf wie frei und bevorzugt iſt eine gemeine Bürgerin gegen die arme Tochter eines Fürſten! Was ſind hier die Mädchenherzen Anders, als Edelſteine oder Kaufpreiſe, womit man ſich Freunde, Vaſallen und liſtige Vortheile erkauft! Welcher Fürſt hätte jemals ſtatt ſeiner ſelbſtſüchtigen Pläne, das Herz ſeines Kindes befragt? Nicht Liebe iſt unſer Loos, ſon⸗ dern das eitle Blendwerk galanter Etikette; ach! Mar⸗ garethe du biſt keine Fürſtin, denn du haſt ein Herz, das nach Liebe dürſtet!

Die Herzogin ſchritt langſam gegen den Tiſch. Hanna