Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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geſticktes Tuch mit dem Wappen als Zeichen mitgegeben, um ſich damit als ihr Bote bei den Wachen und der Diener⸗ ſchaft der Herzogin zu legitimiren. Er ſei nicht wieder⸗ gekehrt und man ſolle das Tuch im Schloſſe nachfragen. Frau Oelbecken ſagte mir, daß die Wachen den jungen be⸗ waffneten Mann in's Herrenhaus eingelaſſen hätten, aber derſelbe nicht wieder herausgekommen ſei. Sie laſſen ihn jetzt ſuchen.: Margarethe war von ihrer ermattenden, träumeriſchen Haltung horchend zu geſpannter Aufmerkſamkeit erweckt; ſie richtete ſich, die Rede Hanna's mit Unruhe abwartend, auf

und fragte jetzt lebhaft:Kennt man den Mann nicht? Ein Bürger? Bewaffnet? Er ſoll ſofort geſucht und ge⸗ fangen gehalten werden! Laß Henricus rufen! Wo

iſt Gertrude?

Frau Oelbecken kann ſie nirgends finden ſie kam von der Kirche und hatte ſie in der Kapelle im Gebete zu finden gehofft.Rufe Henricus! fiel Margarethe, aufſpringend, ein;ſchnell!

Hanna eilte hiuaus; Margarethe ſchritt in großer Un⸗ ruhe durch das Zimmer, die Hand auf den beklommenen Buſen gepreßt.Hält man eines Weibes Schutz für ſo gering? ſprach ſie bewegt;hat man Gertrude's Gegenwart ausgekundſchaftet? Wer ſendet den Spion in mein kleines Gebiet, das ich zu beherrſchen mir einbilde? Weſſen Sinn gelüſtet nach dem gehetzten, unter meiner Macht ſchutzloſen Reh? Iſt es mein Gemahl? Gerechter Gott! Hätte er mir geſtern Abend mit unlauterem Herzen den Judaskuß gegeben? Der junge Hanſtein? Ha!