Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Himmelskönigin, als weltlichen Herrin vollendete, von ihrem Scheitel nehmend.Du biſt ſo ſtill, Margarethe hub die Jugendgeſpielin, die ihr als Geſellſchafterin von Jülich gefolgt und vom Herzoge zur Hofdame ernannt war, an, indem ſie das Diadem auf den Tiſch niederlegte und die dunkeln, melancholiſchen Augen auflauerten, den blauen weichen Blick der Sinnenden zu empfangen. Margarethe ſchlug die Augen auf, ſah, wie aus einem Traume gewalt⸗ ſam aufgeſchreckt, die Freundin betroffen an und ſprach in zerſtreuter Haſt:Wie ergeht es dem Ritter Olders⸗ hauſen? Hat ſich die gute Irmengard getröſtet?

Der Bote iſt eben heimgekehrt vom Pleſſe'ſchen Hofe, wo der Ritter abgeſtiegen iſt; er hat ſich erholt, der Medicus vom Pauliner Kloſter hat's für eine Erſchütterung des Kopfes erklärt, doch ſoll er nicht am Gaſtmahle theil⸗ nehmen.

Arme Frau wie wird Dir dies wilde Freuden⸗ ſpiel zur Pein! Wenn ſie den Gatten nicht verlaſſen kann, ſo will iih ſie nach dem Gaſtmahle im Pleſſe'ſchen Hofe Lnffnch en.

Wird es der Herzog gern ſehen, wenn Du Deinem Gefühle allein folgſt? Er nennt das ſeine Hoheit vergeſſen. Befiehl, und die Ritterfrau wird Dir am Abend ge⸗ horchen.

Margarethe ſchwieg und ſah die Freundin mit einem wehmüthigen Lächeln an.

Frau Irmengard hat dem Boten beſtellt, daß ſich ein junger Bürger angeboten habe, die Sänfte aus der Burg zu holen; ſie habe ihm in der Auſregung ihr

Maltitz, Herzog. II.