und dem weltlichen Sinne des im wilden Strome des Ritter⸗ thums forttreibenden Mannes unzugänglich zu machen.
Margarethe gelobte, dem Looſe der Fürſtin die heiligere Welt des Weibes ſoweit zu opfern, wie es ihr vor Gott und Gewiſſen möglich würde, und rüſtete ſich zur Abreiſe nach Göttingen. Der Herzog, welcher, bald nach ihrer Entfernung nach Münden, gleichfalls Schloß Harſte ver⸗ laſſen und bereits ſeit vierzehn Tagen auf dem Bollrutz reſidirt hatte, ſchickte ihr die Hofdamen und einen großen Hofſtaat nach Münden, womit ſie in Göttingen einziehen ſollte, um der Welt zu zeigen, daß die ihr zu Ohren gekommenen Gerüchte über eine Entzweiung der fürſtlichen Gatten unwahr ſeien. Margarethe zögerte mit ihrer Ab⸗
reiſe bis zur letzten Stunde, und zog erſt am Abend vor
dem Turniertage in Göttingen ein, wo Otto ſie mit for⸗ meller Galanterie empfing, ſie mit feſten, beherrſchenden Blicken unter ſeinen Willen zwang, ſich der Welt als Fürſtin zu zeigen, und in einem Zwiegeſpräche ſagte:—„Seid froh und wie's ſich gebührt, daß ich nicht hinter dem ge⸗ ringſten Edelmanne zurückſtehe, der für die Schönheit und Tugend ſeiner Dame jedweden Kampf beſteht. Ich will, daß Ihr dem Lande durch Euer Benehmen widerlegt, was Ihr ſelber in's Gerede gebracht habt und daß Ihr dem erſten Ritter vom Oberwald nicht die Schande anthut, daß es heißt, er habe ein Gemahl, dem das Pfaffenthum beſſer gefalle, als das Ritterthum.“ Margarethe hatte ihn ſo bittend und mit ſo mitleids⸗ vollen himmliſchen Augen angeblickt, daß er ſelber die himm⸗ liſche Gewalt der Schönheit fühlte und ihr einen Kuß auf
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