Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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iſt ſfit heute entſchieden mein Beruf iſt nicht Gatten⸗ liebe, ſondern Buße, Gebet, Opfer; darin will ich meine Liebe bethätigen, daß ich ſeinen Sohn an mein Herz drücke, ihn zu einem guten Menſchen erziehe, daß ich mein Leben

ingebe zu guten Werken für des Herzogs ewiges Heil und zur Sühne ſeiner Sünden!Zerſtreuet Euch, ſagte Henricus,heilet das verwundete Gemüth durch den Anblick anderer guter Menſchen.

Meines Bleibens iſt nicht länger hier, wo das friſche Blut des Mordes am Boden klebt, dieſes Haus iſt entweiht. Ich bedarf des Erguſſes meines Herzens an einer weib⸗ lichen Bruſt, aber wo finde ich dieſe, ohne beſchämt zu ſein?

Befehlt Ihr, daß ich das Fräulein Hanna von Kehl, Eure Jugendgeſpielin, wecke?

Nein ich will nicht, daß meine Damen mich in meiner Erniedrigung ſehen, mein Schmerz ſoll ein Ge⸗ heimniß bleiben vor Land und Leuten, daß ſie den Herzog nicht meinetwegen verachten müſſen; ich kann auch nicht an Hanna's, meiner Jugendgeſpielin, Herzen das Echo mei⸗ nes Schmerzes finden, nur ein Weib, das eines Mannes Leidenſchaften kennt und darunter ſtill litt, kann mich ver⸗ ſtehen. Noch lebt Otto's Mutter Jutta auf Schloß Mün den, ſie floh unwillig vor ihres Sohnes wilder Natur in ein ſtilles Leben zurück, dorthin will ich eilen, dort am Mutterherzen horchen, was meine Pflicht, was eines ge⸗ kränkten Weibes Loos iſt.

Der eigene Schmerz, die Hut Gertrude's und die Scho⸗ nung, womit ſie dem Gemahl die fernere Verſuchung zur