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Der Schritt in der Kapelle näherte ſich geradesweges der Sakriſtei.— Helmold's Augen blieben geſpannt auf die Thür geheftet, die Hand griff feſter in den Degenkorb. Die Sakriſtei wurde von langſamer Hand geöffnet; ein alter Dominikanermönch, mit weißem Barte, milden, blauen Augen und ſanfter Miene trat auf die Schwelle— Hel⸗ mold ſpähete über ihn weg, herzogliche Knechte hinter ihm vermuthend. Der Mönch machte eine beſchwichtigende Hand⸗ bewegung, ſah dem jungen, erwartungsvollen Manne prü⸗ fend und freundlich in das Geſicht und ſprach:„Laſſet Euren Degen in der Scheide, Herr Helmold— ich komme in Frieden zu Euch, mein Gruß iſt Gertrude!“
—„„Ehrwürdiger Vater! Ihr wiſſet?⸗—
—„Folget mir— hier iſt nicht der Ort, weltliche Dinge mit menſchlicher Klugheit zu verhandeln; hört, die Ritter kehren vom Turnier heim— das Mädchen, welches Ihr liebt, hat mir Eure Begegnung erzählt, es wird Euch meinen Namen Henricus genannt haben.“—
—„„Nein, daß ich nicht wüßte— aber eine alte Frau, die Gertrude abrief, nannte ihn; ſie ſagte, daß derſelbe nach dem eingeſchlichenen Bürger in der Burg ſuchen laſſe.““
—„Ihr werdet nicht mehr geſucht, ſeit Gertrude in glücklicher Aufregung zu mir eilte, mir ihre Liebe zu Euch, dem erſten Befreier aus des Hanſteiners räuberiſchen Hän⸗
den, eingeſtand und mich anrief, auch Euer Schützer und
Freund zu ſein. Folgt mir, ich werde Euch zu der Lieb⸗ ſten geleiten.“—
In der glücklichſten Stimmung folgte Helmold dem Mönche; dankerfüllt gegen die Vorſehung, beugte er am
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