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Velletri ernannt habe. Auf dieſe Nachricht hin ſey er unverzuͤglich zu einem ſeiner Freunde, einem ſehr kenntnißreichen Manne, hingegangen, um ſich zu erkundigen, was dieß fuͤr eine Stadt ſey. Auf die Verſicherung jenes Freundes, daß Velletri im De⸗ partement von Rom liege, und daß er, um dahin zu kommen, ſich des Poſtwagens von Lyon bedienen muͤſſe, habe er dieß alſobald gethan, und ſey ſo von einem Poſtwagen zum andern, zuletzt an dem Orte ſeiner Beſtimmung angelangt. Velletri gefalle ihm nicht uͤbel, und er wuͤrde noch mit groͤßerer Luſt in ſeinen Mauern verweilen, wenn nicht da⸗ ſelbſt eine Sprache geſprochen wuͤrde, von welcher er ſchlechterdings kein Wort zu verſtehen im Stande ſey. Anfaͤnglich habe er gedacht, dieß haͤtte nicht gar viel zu bedeuten; Uebung mache auch hierin den Meiſter, und ein Mann gewoͤhne ſich an alles; allein je laͤnger es daure, deſto weniger wolle ihm jene Sprache behagen. Ich ſelbſt, ſagte er, muͤſſe es gar wohl merken, welche große Freude es ihm mache, wieder einmahl einen Franzoſen ſprechen zu koͤnnen, der ihn verſtehe und ihm zu antworten im
Stande ſey. Uebrigens, ſetzte er hinzu, muͤſſe er dem Benehmen der Einwohner von Velletri gegen
ſeine Perſon voͤllige Gerechtigkeit widerfahren laſſen. Ueberall habe man ihn mit ſehr viel Hoͤflichkeit auf⸗ genommen, allein das geſellſchaftliche Leben ver⸗ ſchaffe in jener Stadt nur geringen Genuß, und an


