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Es gibt wenige Laͤnder in Europa, wo jene all⸗ gemeine Tendenz unſers Zeitalters ſo bemerkbar iſt, als in Italien. In dieſem Lande war die Zer⸗ ſtoͤrung des Feudal⸗Weſens bis auf ſeine letzten Spuren, nicht, wie in Frankreich, das Werk der furchtbarſten Gewaltthaͤtigkeit: vielmehr hatten da⸗ ſelbſt Zeit, hellere Einſicht und der Drang der Um⸗ ſtaͤnde eben die Anſichten vorbereitet, die dann ſpaͤ⸗ terhin durch das Recht der Eroberung ihre Sanction erhielten.
Es haͤlt nicht ſchwer, dem Gange der Entwicke⸗ lung, die der Zeitgeiſt in Italien bewirkt hat, zu folgen, und gerade dieß iſt ein Geſichtspunct, unter welchem jenes Land noch in unſern Tagen ſich von einer ſehr anziehenden Seite vor Augen ſtellt.
Die Gebaͤude ſeiner alten Ariſtokratien ſind auf den erſten Hauch eingeſtuͤrzt, und ſeine kleinen Lan⸗ desherrlichkeiten mit ihrem prunkenden, ihrer Ohn⸗ macht einen gewiſſen glaͤnzenden Anſtrich verleihen⸗ den Gefolge verſchwunden. Die Eintheilung des Landes in groͤßere Gebiethe erweckte bei den Italiaͤ⸗ nern auf einen Augenblick die Hoffnung, ſich nach Verfluß von zwanzig Jahrhunderten zu einem ein⸗ zigen Volke vereinigen zu koͤnnen. Sie erhielten eine gleichfoͤrmige Geſetzgebung, und wurden alle durch die gleichen Triebfedern in Bewegung geſetzt. Trotz der Widerſetzlichkeit der alten Gewohnheiten, ſchaffte man ihnen alles vom Halſe, was den allge⸗


