260
bereits ihr Einfluß auf das Land, dem ſie angehoͤ⸗
ren, verſpuͤren, und das Werk ſeiner Civiliſirung wird auch durch ſie ſachte befoͤrdert.
Die Schweiz, in zwey und zwanzig Staaten zerſtuͤckelt, kann weder einen Hauptort, noch eine Hauptſtadt haben. Ihre Einheit beſteht lediglich in ih⸗ rer bundsgenoͤſſiſchen Verbindung und darin, daß ſie Schweiz heißt; ein Nahme, den die Bewohner der Alpen nie ausſprechen, ohne daß ihnen das Herz hoͤher ſchlaͤgt.
Die Maͤnner, welche am Fuße der Gebirge die Wiſſenſchaften und Kuͤnſte betreiben, haben ebenfalls keine literariſche Souveraͤnitaͤt eingefuͤhrt, wohl aber unter ſich freye, foͤderaliſtiſche Vereine gebildet, in denen ſie gemeinſchaftlich ihre Vaterlandsliebe zu Tage legen und die Fruͤchte ihrer Arbeiten darbringen.
Dieſe, theils aus Kuͤnſtlern, theils aus Gelehr⸗ ten beſtehenden, Vereine tragen bloß den Nahmen von Geſellſchaften, haben keine Reſidenzen und kom⸗ men, nach und nach alle Gegenden des Vaterlandes durchwandernd, periodiſch, in kleinern oder groͤßern Zwiſchenraͤumen, wie die Rathsverſammlungen der nomadiſchen Voͤlkerſchaften, jedes Jahr an einem andern Orte und jedes Mahl fuͤr einige Tage zuſam⸗ men. Bald ſind es die Mahler, deren Pinſel die Welt der Hochgebirge in geſchickten Nachahmungen darſtellt, die eines jener Alpenthaͤler zu ihrer Zuſam⸗ menkunft waͤhlen. Jeder von ihnen bringt das vor⸗ zuͤglichſte Stuͤck ſeiner Arbeit mit ſich. Die Ge⸗


