254 jenen Voͤlkern, deren Civiliſirung ſich noch lediglich auf die Kriegskunſt beſchraͤnkte, Widerſtand zu lei⸗ ſten. Ihr Boden mußte dem Ehrgeize jener Na⸗ tionen zum Schauplatze dienen, und die Italiaͤni⸗ ſche Politik blieb einzig auf die Wiſſenſchaft beſchraͤnkt, dieſelben eine der andern kuͤnſtlich entgegen zu ſetzen. Auf dieſe Weiſe hat Italien bis auf den heuti⸗ gen Tag alle Gelegenheiten, ſeine Kraͤfte auf einen Punct zu vereinigen, und ſich dadurch, Europa ge⸗ genuͤber, in eine Achtung gebiethende Stellung zu verſetzen, ungenuͤtzt vorbeygehen laſſen; es hat ein⸗ zig dazu dienen muͤſſen, fuͤr ſeinen Welttheil als Beyſpiel einer Civiliſirung da zu ſtehen, deren die Voͤlker des Nordens ſich bemaͤchtigt haben, um ſie auf Kuͤnſte und Sitten nicht weniger, als auf das Studium der Poeſie und der Vernunft anzuwenden. Dieſe gedoppelte Herrſchaft hat den Bewohnern des Europaͤiſchen Nordens eine entſchiedene Ueberle⸗ genheit uͤber die Bewohner des Suͤdens zuwege ge⸗ bracht; indem jene nordiſchen Voͤlkerſchaften, ſtatt ihre Cultur auf die Ausſtaffirung ihrer Wohnungen und Verzierung ihrer Tempel zu beſchraͤnken, viel⸗ mehr dadurch, daß ſie die Fackel der Aufklaͤrung bis an die Quelle des Aberglaubens, der den menſch⸗ lichen Geiſt gefangen haͤlt, hintrugen, ihren Na⸗ tional⸗Charakter zu einer gewiſſen Groͤße zu erheben gewußt haben. Eine Folge dieſes Ganges der Sittigung war
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