Teil eines Werkes 
2. Theil (1821)
Entstehung
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ſchaft auf den Grund und Boden der alten Roͤmer, und vertrieben von demſelben die Civiliſirung, weil dieſe uͤber ihren Geſichtskreis hinausging. Dage⸗ gen fuͤhrten ſie als politiſches Syſtem eine Militaͤr⸗ Oligarchie; d. h. jenes bey ihren Heeren auf⸗ und angenommene, das einzige ihnen bekannte, Sy⸗ ſtem ein.

So ward Italien unter die Haͤuptlinge der Voͤlker, welche es erobert hatten, zerſtuͤckelt. Ue⸗

bergewalt und Ungefaͤhr fuͤhrten bey dieſer Theilung

allein den Vorſitz. In Frankreich wußte die Feudal⸗ Oligarchie ein foͤderaliſtiſches Band zu knuͤpfen, durch welches allein ſich die Einheit dieſes Koͤnigreichs er⸗ halten hat. Italiens Gefilde hingegen, mußten ei⸗ nem andern Looſe ſich beugen. Die Haͤupter der Barbaren, nachdem ſie die unumſchraͤnkte Gewalt an ſich geriſſen, verſtanden es nicht, ſich zu ver⸗ buͤnden, oder in Eintracht zuſammen zu treten. Wilder und eiferſuͤchtiger Gemuͤthsart, verfolgten ſie jeder ſeinen eigenen Vortheil, und befleckten mit ihrem brutalen Tyrannenſinne den Italiſchen Boden.

Der Schutz, nach welchem ein Theil der Lan⸗ deseinwohner im Auslande ſich umſah, und die Schande, welche durch ſie ſich auf die Nation zu⸗ ſammenhaͤufte, legte den Grund zu jenem Buͤnd⸗ niſſe, deſſen lobenswerthen Abſichten die Nachwelt zur Stunde noch ihre Achtung nicht verſagen kann. Die Guelfen verſuchten es, ihr Vaterland wieder