Teil eines Werkes 
2. Theil (1821)
Entstehung
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Solche der Natur der ſuͤdlichen Zonen eigen⸗ thuͤmlichen Reichthuͤmer machen fuͤr ſich allein ſchon

die er im letzt abgewichenen Winter an der Hand des Verfaſſers dieſer Briefe nicht ohne Vergnügen nochmahls durchwandert hat, war ein, ebenfalls unter freyem Himmel, in einer Gartenecke zu Fondi aufgewachſener Palmbaum für ihn eine noch unge⸗ wohntere, auf ein ſchon weiteres Vorgerücktſeyn im Süden hin⸗ deutende Erſcheinung. Ganz anders verhält es ſich mit den Po⸗ meranzen⸗Pflanzungen, wenn Schneemaſſen, Schnur, oder Kübel, ſo groß ſie auch ſeyn mögen, der Natur auf irgend eine Weiſe Gewalt anthun. Die nach der Schnur angelegte und etwas beſchnittene Oran⸗ gen⸗Anlage der Iſola Bella hat und behält, des kraftvollen 8 Wuchſes ihrer Bäume, von denen einige wohl einen Juß im Durchmeſſer halten mögen, ungeachtet, ein ſteifes und gezwunge⸗ nes Ausſehen. Deſto ſchöner fällt auf eben dieſer Inſel, wie⸗ wohl ebenfalls künſtlich gezogen, die Citrone in's Auge, und er⸗ ſcheint in weiten, vortrefflich gewölbten Bogengängen, von der röthlichen, noch unentfalteten Blüthenknoſpe an, durch alle Pe⸗ rioden ihres Wachsthums, und in unzähligen Abſtufungen der Farben bis zum Glanze der gereiften, in vollendeter Schönheit ſich über dem Haupte der Luſtwandelnden wiegenden Frucht. Den frappanteſten Eindruck jedoch machen dieſe ſchönen Gewächſe des ſüdlichen Himmelsſtriches da, wo ſie, was zwar ſelten der Fall iſt, unmittelbar mit den kalten Pyänomenen der Eiszone zuſam⸗ menſtoßen, ſo daß es dem Wanderer beynahe zweifelhaft wird, ob ihn ſein Weg nach Norden oder nach Süden hinführe.

Von einer verwunderlichen Erſcheinung ſolcher Art, nähmlich von einer ſchönen hart am Fuße der hohen Alpen wohl angeleg⸗ ten Pflanzung von Citronen Bäumen, erzählt Herr von Bon⸗ ſtetten in ſeiner Beſchreibung von Hieres und deſſen Umgebun⸗ gen.Ich fuhr, ſagte er,den(in der Lombardie gelegenen) Garda⸗See hinauf: vor mir die ungeheuren Rieſenmaſſen der Alpen; zur Rechten den Berg Baldo. Links war der Geſichts⸗ kreis von hohen Gebirgen beengt; und wer vor den Felſen den Himmel ſehen wollte, mußte eigentlich den Kopf in die Höhe ſtrecken. Dieß mahnte mich an die Schweiz, und ich ſah mich nach Schnee und Gletſchern um; als auf ein Mayl die herr⸗