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irre. Haͤufig beſtellt man nach der Ernte den Acker mit wildem Klee. Wer dieſe im Suͤden einheimi⸗ ſche Pflanze bluͤhen ſieht, glaubt einen uͤber das Gruͤn der Felder, gleichſam um ſie mit einem frem⸗ den Schmucke zu verzieren, ausgebreiteten Purpur⸗ teppich zu erblicken. Solche Grundſtuͤcke ſind mit jungen Ulmen und Maulbeerbaͤumen umkraͤnzt, die das Land uͤberſchatten und zugleich dem Weinſtocke zur Stuͤtze dienen, der, an ihre Aeſte ſich anklam⸗ mernd, auch ſeinerſeits die Ernten vervielfachen hilft.
Inzwiſchen nehmen den groͤßern Theil des Koͤ⸗ nigreichs hohe Gebirge ein. Einige dieſer Berge haben eine ſolche Hoͤhe, daß der Winterſchnee das ganze Jahr hindurch auf ihren eiſigen Gipfeln lie⸗ gen bleibt. Im Ganzen genommen ſind ſie zwar niedriger, als die Alpen, aber faſt eben ſo wild. Nur haben ſie ſich, vermoͤge deſſen, daß die Zeit ihre urſpruͤngliche Fruchtbarkeit beſſer geſchont hat, bey jenem vegetabiliſchen, von dem Schoͤpfer ihnen verliehenen Reichthum bis auf unſere Tage erhalten. Selbſt ihre oberſten Graͤthe ſind mit Weideplaͤtzen bekleidet, auf welchen den Sommer uͤber zahlloſe Herden ihr Futter finden, und deren dichtes Gruͤn auch die brennendſte Hitze nicht zu verſengen vermag.
Unterhalb des Gras⸗ und Kraͤuterbezirkes be⸗ ginnen Kaſtanienwaͤlder, welche die Seitenwaͤnde der Berge in ihre Schatten verhuͤllen. Dieſe Baͤume wachſen zu einer ſolchen Groͤße empor, daß es ihrer


