Teil eines Werkes 
2. Theil (1821)
Entstehung
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keit, ſtreben ſie durchaus nicht nach jenem Prunke, ja nicht einmahl nach jenem Scheine aͤußern Wohl⸗ ſtandes, durch welchen man anderwaͤrts ſo haͤufig den Neid in Bewegung zu ſetzen verſucht. Alle freyen, ſelbſt die bloß mechaniſchen Kuͤnſte ſind ih⸗ nen unbekannt. Mit allen Verbrauchsartikeln des Luxus werden ſie, ſo wie mit dem groͤßten Theile ihrer unentbehrlichſten Lebensbeduͤrfniſſe, aus der Fremde verſehen. Hinwieder wird alles, was ihr eigener fruchtbarer Boden Ueberfluͤſſiges an Eßwa⸗ ren hervorbringt, von den Auslaͤndern aus dem Lande geſchafft. Dieſer Ueberſchuß aber iſt bedeu⸗ tend: denn in Neapels uͤppigen Gefilden beſchert der Himmel dem Landmann fuͤr ſeine Arbeit, die nichts weniger als druͤckend und deren Ertrag uͤberſchwaͤng⸗ lich iſt, einen vielfaͤltigen Lohn.

In den Ebenen und Thaͤlern baut man Getrei⸗ de, das oft einen acht⸗ bis zehnfachen Ertrag liefert. Das Erdreich, in welchem dasſelbe zu ſeiner Zeiti⸗ gung gelangt iſt, wird, ſtatt, der alterthuͤmlichen Gewohnheit der Roͤmer gemaͤß, ein Jahr lang aus⸗ zuruhen, unverzuͤglich wieder umgeackert, um Sa⸗

men von einer andern Gewaͤchsgattung aufzuneh⸗

men. Dieſe verſchiedenen Ernten keimen und gedei⸗ hen, in vulkaniſchem Aſchengrunde, in unerhoͤrter Kraftfuͤlle. So erneuert jeder Herbſt und jede Fruͤh⸗ lingszeit die Hoffnung des Pflanzers, und an den Jahrszeiten wird man hier zu Lande zur Seltenheit