Teil eines Werkes 
2. Theil (1821)
Entstehung
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3 7 wie morgen alles ſeinen gleichmaͤßigen Gang fort; niemand wurde beunruhigt, und eben ſo wenig trat jemand von freyen Stuͤcken aus dem Zuſtande ſeiner Ruhe heraus: kurz jeder uͤberließ ſich nach ſeinem Sinne einer uͤbungsmaͤßigen, durch Zeit und Ge⸗ wohnheit zum Geſetze erhobenen Sorgloſigkeit.

Eine unter dem Einfluſſe einer ſolchen friedli⸗ chen Erſchlaffung aufgewachſene Nation muß jeder Art von aͤußerer Anregung fremd bleiben, und kann die Bruſt von keinem Verlangen, ihre Beſtimmung zu veredeln, erwaͤrmt fuͤhlen. Dieß war auch der Fall der Neapolitaner. Bis auf die allerneueſten Zeiten ſchien es, als haͤtten ſie ſich gern aller und jeder Anſpruͤche auf Beruͤhmtheit begeben, und als faͤnde ihr Ehrgeiz darin allein hinlaͤngliche Befriedi⸗ gung, unter engerm Anſchließen an die einfache Na⸗ tur, fuͤr die unentbehrlichſten Beduͤrfniſſe des Lebens zu ſorgen, hingegen alles, was zur Verſchoͤnerung ihres Daſeyns gehoͤrt, von den ſinnlichen Eindruͤcken zu gewaͤrtigen, welche die reichen, ihrem Vaterlande vom Himmel beſcherten Geſchenke fortwaͤhrend in ih⸗ ren Gemuͤthern erwecken.*

Aus jener ganz natuͤrlichen Richtung, welche Geſetze und Sitten dem Charakter der Neapolitaner gegeben haben, wird es begreiflich, warum von allen Kuͤnſten der Ackerbau die einzige iſt, welche noch mit einiger Anſtrengung von ihnen betrieben wird.

Frey und unangefochten von Ehrgeiz und Eitel⸗