2
ben ſind naͤhmlich mit alten Mauern umgeben, auf deren Zinnen man allerley Paraſiten⸗Pflanzen, von der Natur ſelbſt dazu beſtimmt, um Ruinen zur Zierde zu dienen, die Ueppigkeit ihres Wuchſes zur Schau legen ſieht. Die Staͤdte ſowohl als die Landſchaften, durch welche der Weg fuͤhrt, weiſen, gleich auf den erſten Blick, deutlich genug darauf hin, daß das Koͤnigreich Neapel an jenem Zeitalter des Ruhmes keinen Theil gehabt habe, in welchem man den Genius der Kuͤnſte zugleich mit dem Geiſte der Unabhaͤngigkeit, der allein den Charakter der Na⸗ tionen dadurch veredelt, daß er ihnen Liebe fuͤr alles Große und Erhabene einfloͤßt, in ſeiner ſchoͤnſten Bluͤthe prangen ſah.
Im ganzen uͤbrigen Italien ſind mancherley aus jener Glanzepoche uͤbrig gebliebene Spuren bemerk⸗ bar, und eine der Schoͤnheiten, welche der Anblick jenes Landes darbiethet, beſteht in der Eleganz und dem edeln Geſchmacke der Architectur⸗Arbeiten, die dasſelbe den Jahrhunderten der Vergangenheit zu verdanken hat. Ein reiner Geſchmack iſt uͤberhaupt an allen Italiaͤniſchen Gebaͤuden vorherrſchend, und eben der Vollkommenheit, die man an der Verzie⸗ rung der oͤffentlichen Denkmaͤhler dieſes Landes ge⸗ wahr wird, erfreut ſich auch die einfache Zuſammen⸗ fuͤgung jedes Wohnhauſes auf dem Lande.
Eben dieſes allgemein verbreitete Syſtem der
Eleganz und des Geſchmackes dient, in Verbindung


