Teil eines Werkes 
2. Theil (1821)
Entstehung
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Vierzehnter Brief.

4 Neapel, 18. Julius 1813. Etwas uͤber Terracina hinaus geht der Kirchen⸗ ſtaat zu Ende, und man gelangt nach Fondi, der erſten, in dem vormahligen Campanien gelegenen Stadt des Koͤnigreichs Neapel. Was dem Reiſen⸗ den an dieſer Stadt vor allem Andern in die Augen faͤllt, iſt ihre unregelmaͤßige Bauart und das elende Ausſehen ihrer Einwohner. Sie hat Aehnlichkeit mit den Staͤdten des mittaͤglichen Frankreichs, und ruft durch ihre alterthuͤmlichen Thuͤrme jene Zeiten der Feudal⸗Herrſchaft in's Gedaͤchtniß zuruͤck, in welchen die Bevoͤlkerung ſich hinter die Mauern und Verſchanzungen der Staͤdte zuſammendraͤngte, um da den Schutz und die Sicherheit, welche die Land⸗ ſchaft ihren Bewohnern nicht mehr gewaͤhrte, zu ſu⸗ chen. Demnach bemerkt man gleich bey'm Eintritte in das Koͤnigreich in der Art, wie ſich die Doͤrfer auf die Gipfel der Huͤgelabhaͤnge hingebaut finden, etwas Gothiſches und Lehnherrſchaftliches. Dieſel⸗

Briefe üb. Italien. 2. Thl. 1