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der, ein in Eile geſchriebenes Briefchen in der Taſche nach ſchicklicher Gelegenheit ſpähte, es als eigener Poſtillon ſeiner Gundel zu übermachen. Lange ſchlich er hinter der Burg herum, ohne Jemand zu bemerken, da er die ſchärfer bewachten Partien derſelben klüglich vermied, um kein Aufſehen zu erregen. Endlich erſchien die Erſehnte mit verweinten Augen an einer mit Eiſenſtäben vergitterten Oeffnung und ſah betrübt und gedankenvoll hinaus. Sie erſchrack, als ſie auf einmal ihren Namen leiſe nennen hörte; aber die Röthe der Freude überflog ihre Wangen bei'm unvermutheten Erblicken des Liebſten in der Nähe. Ihr Schweigen zuwinkend, ſteckte dieſer behend ein auf⸗ gehobenes Steinchen in die Falten des Briefchens, und warf ihr daſſelbe ſo nach oben zu. Sie haſchte darnach, ergriff und erbrach es ſchnell, um den Inhalt zu erfahren, der in folgenden Worten beſtand: „Liebſte Gundel! Wir ſind nah' dem Ziele unſerer Wünſche. Komm nur um Eins nächſte Nachmitternacht mit dem Schlüſſel zum äußerſten Thore der Burg. Dort harret dan im Vorſatz, Dich heimzuführen, Dein getreuer Joachim Böswald. N. S. Aber ja fein behutſam und ſtille.“


