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Ludwig ward zu Mailand mit der eiſernen Krone gekroͤnt; aber ſein Benehmen war tyran⸗ niſch und unvorſichtig. Er beraubte den Galeazzo Visconti aller Macht, warf ihn in ein Gefaͤngniß, und fuͤhrte eine Art von republikaniſcher Regie⸗ rung in Malland ein, an deren Spitze zwar Ghi⸗ belinen ſtanden, welche aber, durch ihre ewigen Uneinigkeiten untereinander, nur dazu beitrugen, ſeinen Einfluß zu ſchwaͤchen. 3
Er zog durch die Lombardey, ging bei Parma uͤber die Apenninen, und traf zu Pontremoli auf Caſtruccio, welcher mit einem glaͤnzenden Ge⸗ folge dem Monarchen entgegengeritten war, und in der Hoffnung, durch die Gnade des Kaiſers
ſeine Gawalt noch mehr zu befeſtigen, nun alles
that, Ludwigs Gunſt zu erwerben; ein Bemuͤhn, welches auch keineswegs fruchtlos blieb. Von dem Fuͤrſten begleitet, begab ſich der Kaiſer nach Lucca, wo er ein aus den Staͤdten Lucca, Piſtoja, Volterra und Lunigiana beſtehendes Herzogthum bildete, Caſtruccio zum Herzog ernannte, und laut erklaͤrte, wie er ihn als ſeinen beſten Freund, als die kraͤftigſte Stuͤtze der kaiſerlichen Macht betrachte.
Kaiſer und Herzog begaben ſich darauf gemein⸗
ſchaftlich nach Rom, wo der Letztere die Ehre hatte, das Schwerdt zu tragen, als ſich der Zug
vom Capitol nach der St. Peterskirche begab, in
welcher Ludwig zum Kaiſer gekroͤnt ward. Ca⸗
ſtruccio ward zum Grafen des kaiſerlichen Pala⸗
ſtes und zum roͤmiſchen Senator ernannt. Er
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