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ſtand jetzt auf dem Gipfel ſeines Ruhmes; denn er ward mehr gefuͤrchtet, als der Kaiſer ſelbſt.— Waͤhrend er ſich aber zu Rom der neuerrunge⸗
nen Hoheit erfreuete, und ſich allen Vergnuͤgun⸗ gen dieſer Hauptſtadt hingab, ward ihm ploͤtzlich die Kunde, daß die Florentiner Lucca in Beſitz genommen haͤtten. Ohne auch nur einen Augenblick zu zoͤgern, verließ er Rom, und erſchien grade, als man ihn am wenigſten erwartetete, in der Mitte ſeiner Feinde.. Hier traf er Galeazzo Visconti, dem der Kai⸗ ſer, auf des Herzogs Bitte, die Freiheit wiederge⸗ geben hatte, und der nunmehr kam, unter den Fahnen ſeines gluͤcklicheren Freundes zu dienen. Caſtruccio's Erſcheinen wandelte ſchnell die Lage der Dinge; er eroberte Piſa, erſtuͤrmte Piſtoja, und zog aufs neue in Lucca ein.— Jetzt aber rief das Geſchick:„Bis hieher und nicht weiter!“— Bei der Belagerung von Piſtoja hatte er ſich uͤbermenſchlich angeſtrengt; er war faſt immer unter den Waffen, bald zu Fuß, bald zu Roß, und hatte ſich raſtlos der brennenden Ju⸗ liushitze ausgeſetzt, um ſeinen Kriegern mit ruͤhm⸗ lichem Beiſpiele voranzugehn. Nachts goͤnnte er ſich keinen Schlummer, und ſo ward er denn auch gleich nach ſeiner Ruͤckkehr in ſeine Geburtsſtadt
von einem heftigen Fieber befallen. Er fuͤhlte, daß er ſterben wuͤrde, und traf mit jener Geiſtes⸗ gegenwart, die einen Hauptzug ſeines Characters bildete, jede Anſtalt, die ihm zum Wohle Lucea's
nothwendig ſchien, wobei er nicht unterließ, ſei⸗ 14*


