Teil eines Werkes 
2. Band (1824)
Entstehung
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Wellen die Truͤmmer eines Schiffes ans Land ge⸗ ſpuͤlt hatten. Unter dieſen befanden ſich mehrere Planken, und ein zerbrochener Maſt, an deſſen Tauwerk ein weißſeidenes Tuch, wie es die Graͤ⸗ fin von Valperga, bei ihrem Einſchiffen, um das Haar getragen hatte, geknuͤpft war. In einem Knoten des Tuchs befand ſich eine blonde Locke.

Mir dem Tode Euthanaſia's enden die Blaͤt⸗ ter, aus welchen wir dieſe Erzaͤhlung unſern freundlichen Leſern mitgetheilt haben; nur in der Geſchichte koͤnnen wir demnach den Bericht uͤber die letzten Lebensjahre Caſtruccio's finden. Sie belehrt uns nicht, welchen Schmerz er empfand, als er erfuhr, daß Die, an der er einſt mit Liebe hing, den Tod in den Wellen gefunden habe; aber ſie ſagt uns, daß waͤhrend der zwei Jahre, welche er noch nach jener ungluͤcklichen Bege⸗ benheit lebte, ſein Ruhm und ſeine Macht noch weit hoͤher ſtiegen, als vorher.

Ludwig von Baiern, der roͤmiſche Koͤnig, kam im Monat Februar des Jahres 1327 nach Ita⸗ lien. Er fand Caſtruccio als eine Geißel der Guelphen, als den erſten Gewalthaber in Tosca⸗ na, als den kraͤftigſten Aufrechthalter ſeiner Wuͤr⸗ den und Titel.

Caſtruecio. 1I. Band. 14