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— 53— „Morgen oder heute: ſie bleibt dieſelbe. Ihr aber, Caſtruccio, bedenkt das Elend, deſſen Urheber Ihr werdet, wenn Ihr das Leben meines ungluͤck⸗
lichen Freundes nicht verſchont.“—— „Verliert ſeinetwegen keine Worte mehrle
unterbrach ſie der Tyrann,„Eure Fuͤrſprache iſt
fruchtlos. Er hat ſeine Strafe bereits empfangen; noch bevor ich von Lueca ausritt, gab ich Befehl, ihn hinzurichten.— Aber Ihr werde büeich— was bewegt Euch ſo?“ 3 Euthanaſia vermochte keine Sylbe— ihre Lippen zu bringen. Der Schrecken uͤber den ge⸗ waltſamen Tod ihres Freundes, deſſen Hinrich⸗ tung der Moͤrder ihr ſo kaltbluͤtig anzeigte, feſ ſelte ihre Zunge. Sie nahm alle ihr Kraͤfte zuſam⸗ men, um nicht zu Boden zu ſinken, als aber Ca⸗ ſtruccio ſich ihr naͤherte, um ihre Hand zu ergrei⸗ fen, war dieſe kalt, wie Eis; nur ihre bebenden Glieder verkuͤndeten, daß noch Leben in ihr weile: Todtenblaͤſſe hielt ihre Wangen bedeckt, ihre Lip⸗ pen waren farblos, ſie ſaand da, wie ein in Mat⸗ mor gehauenes Bild.


