— 29— Ihr aber ſeyd noch ſo jung, habt vielleicht die Euch zugetheilten Leiden uͤberſtanden, und koͤnnt Euch noch mancher frohen Stunde erfreuen.— Weshalb wollt Ihr nach Rom?“—
„Ach,“ entgegnete die Pilgerin tief aufſeuf⸗ zend,„das iſt eine lange, ſchwermuͤthige Geſchich⸗ te— und nicht gerne moͤchte ich ſie erzaͤhlen.— Ihr aber, daͤchte ich, muͤßtet gluͤcklich ſeyn— ich glaubte— ich hoͤrte— daß tauſend guͤnſtige Umſtaͤnde ſich vereint haͤtten, Euch vor allen An⸗ deren gluͤcklich zu machen.“
„Oft veraͤndern ſich die Umſtaͤnde!“ erwiederte die Groͤfin mit einem ſchmerzlichen Laͤcheln,„Das Gluͤck iſt wandelbar!“
„Wie das?“ fragte die Fremde.„Er iſt doch nicht todt? Nein! Nein, er kann nicht todt ſeyn!“ Hier unterbrach ſie ſich ploͤtzlich, und eine dunkele Gluth faͤrbte ihre bisher bleiche Wange.
„Todt? Wen meint Ihr?“ forſchte Euthanaſia.
„Euren Vater— Euren Bruder— oder ſonſt Jemand, den Ihr liebtet!“ ſtammelte die Pilgerin; —„Aber ich will Euch jetzt nicht laͤnger beſchwer⸗


