Guelphen; aber ich hoffe, Ihr werdet Euer und
mein Gluͤck keinem thoͤrigten Pariheigeiſte auf⸗
opfern. 41
Euthanaſia erwiederte in einem ſanften, ſchwer⸗
mäͤthigen Tone:„Ich liebe Euch, Caſtruccio, aber ich liebe auch meine Vaterſtadt! Noch mehr aber,
als Euch, als Florenz, ja als mich ſelbſt, liebe
ich den Frieden! Ach, mein Herz blutet, wenn
ich des Unheils gedenke, das der unſelige Krieg
anrichtet! Ihr, Caſtruccio, Ihr jagt einem
Schattenbilde nach. Wonach ſtrebt Ihr? Nach
Ehre, Ruhm, Oberherrſchaft? Welchen Werth haben dieſe Guͤter, muß man ſie durch Tyrannei
erkaufen? O, lernt Euch doch zuvor ſelbſt be⸗ herrſchen! Gebt der Vernunft, der Tugend Gehoͤr! Zuͤgelt Euren Ehrgeiz, Eure wilden Leidenſchaf⸗ ten! Dem Feinde meiner Geburtsſtadt, dem
Moͤrder meiner Jugendfreunde, dem Zerſtoͤrer al⸗ les deſſen, was mir lieb und werth iſt, werde ich
nimmer meine Hand reichen! Von dieſem Augen⸗ blick an iſt unſer Verhaͤltniß aufgehoben! Jeder von uns geht fortan ſeinen eigenen Weg! Moͤget


