verlobte Braut mit jeder Stunde maͤchtiger in ſei⸗ ner Seele, waͤhrend ſich die ungluͤckliche, von ih⸗ rer lebhaften Phantaſie irregefuͤhrte Beatrice, der gluͤhendſten Liebe und allen ihren Seeligkeiten hingab, bis ſie aus dieſem entzuͤckenden Traume zur Wirklichkeit und zum Elend erwachte. Unterdeſſen ward zu Ferrara der Friede gaͤnz⸗ lich wieder hergeſtellt. Am 15ten Auguſt ergab ſich das Caſtel Tealdo, und der paͤbſtliche Statt⸗ halter verließ, ſammt der Beſatzung, das Gebiet des Marcheſe von Eſte. Galeazzo Visconti kehr⸗ te nach Mailand zuruͤck; Caſtruccio aber zoͤgerte noch immer. Er wollte fort, er fuͤhlte, daß er als ein Hoͤfling in Obizzo's Gefolge nicht an ſeinem Platze ſey; wie aber konnte er Beatricen verlaſſen? Die leidenſchaftliche Zaͤrtlichkeit, die ſie fuͤr ihn an den Tag legte, war kein voruͤbergehender Rauſch. Kein leiſer Gedanke von Trennung kam in ihre Seele; und ſo ſchloſſen ſich auch immer Caſtruccio's Lippen wieder, wenn er ſie eroͤffnete, der Beklagenswerthen zu verkuͤnden, daß ſie ſchei⸗ den muͤßten. Sie ſchien ſo gluͤcklich; frei von
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