fuͤhrt? Entging ich nicht noch vor wenigen Ta⸗ gen durch ſeinen wunderbaren Schutz dem ſchmaͤh⸗ lichſten Tode, den verderbenbringenden Anſchlaͤ⸗ gen meiner Feinde? Fort mit jeder anmaaßenden Vernuͤnftelei! Ihm will ich folgen, der mich ſtets geleitet, der mir jetzt den Pfad zum Gluͤcke zeigt.“
So entſchloſſen, ſuchte ſie am naͤchſten Morgen, mit niedergeſenkten Blicken, unſeren Helden auf. „Wo habt Ihr Euer Stirnband?“ fragte, als ſie ſich ihm nahete, Caſtruccio.„Seyd Ihr denn nicht laͤnger die Gott geweihete Jungfrau? Seit mehreren Tagen ſchon habt Ihr Euer Diadem ab⸗ gelegt.“
„Ich habe es aufbewahrt, um es Euch zu uͤber⸗ geben!“ fluͤſterte Beatrice.„Kommt um Mitter⸗ nacht vor den geheimen Eingang, der in den Pa⸗ laſt der Graͤfin fuͤhrt!“— Kaum waren dieſe Worte leiſe ihren Lippen entſchluͤpft, als ſie auch unwillkuͤhrlich von dannen eilte, ihre gluͤhende Wange in der Einſamkeit zu verbergen, und ſich aufs neue in die ſchwaͤrmeriſchen Traͤumereien zu verſenken, die ſie ins Verderben ſtuͤrzten.


