— 1382—
chen Schleier uͤber deine Reize werfen muͤſſen.— Sie iſt aber eine Prophetin— etwas Ueberirrdi⸗ ſches— wo auch nicht der leiſeſte Gedanke—“
Hier begegneten Beatricens Blicke den ſeini⸗ gen. Eine hohe Roͤthe uͤberflog ihre Wangen, und ſich daruͤber beklagend, daß die Silberplatte ihre Stirn druͤcke, loͤſte ſie das Band, und frei wall, ten nun ihre Locken uͤber ihren Schwanenhals hinab.
Caſtruccio ſaß da, wie geblendet, und noch lange ſtarrte er ihr nach, als ſie, um den Sturm der Gefuͤhle ihrer Bruſt zu verbergen, bald dar⸗ auf das Zimmer verließ. In ihrem einſamen Gemache angelangt, ſank die Schwaͤrmerin nie⸗ der auf ihre Kniee, und innig flehte ſie zur hei⸗ ligen Jungfrau, ſie zu erleuchten. Dann verſank ſie wieder in ihre Traͤumereien, mit deren Huͤlfe ſie endlich auch ein Gewebe zu Stande brachte, deſſen Faͤden ſie fuͤr himmliſche hielt, waͤhrend ſie im Grunde nur den Schwingen der Liebe entzogen waren.


