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Die Tochter des Verbannten
Entstehung
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für ihn jeden Reiz verloren. Alle ſeine Ge⸗ danken ſchweiften immer wieder und wieder nach dem Thale Praſiä, alle ſeine Gefühle waren nur der ſchönen Zoe geweiht. Wie langſam ſchlichen ihm die Stunden dahin, wie unerträglich waren ihm die Geſchäfte, die ihn in Athen feſſelten, und mit welchen beflügelten Schritten flog er nach Beendigung derſelben von dannen, der theuren Hütte zu.

Ein Tag verging nach dem andern und immer ſeltner war Aleibiades in ſeiner Wohnung anzutreffen. Weder auf der öffent⸗ lichen Schule, noch auf dem Forum, noch an den Ufern des Iliſſus war er zu ſchauen. Das einſame Thal nur war ſein Aufenthalt; er hatte die Welt vergeſſen und lebte nur für Zoe. Ihre große Einfachheit, ihre rei⸗ nen Gefühle, ihre geiſtigen Vorzüge gewan⸗ nen ihr völlig ein Herz, welches zuerſt von ihrer Schönheit entzündet worden war. Sie hatte feurige Augen und wallende Locken, wie irgend eine der Athenienſerinnen, aber ſie

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