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den übrigen Thalbewohnern ſtets hindernd in den Weg trat. Bei Krankheiten und Leiden aber war ſie ſtets die Erſte, welche hülfreiche Hand bot, und nie fühlten die jungen Mäd⸗ chen ihr oft ſchwer bedrücktes Herz ſchneller erleichtert, als wenn Zoe ihre Vertraute und Rathgeberin wurde. An den gemeinſchaftli⸗ chen Beluſtigungen aber, fand ſie durchaus keine Freude, und das Leben ſchien für ſie keinen andern Reiz zu haben, als den, für die Bedürfniſſe und Bequemlichkeiten der Frau zu ſorgen, welche ihr, ohne ihr das Daſeyn gegeben zu haben, jede Zärtlichkeit einer Mutter geſpendet hatte. In ihrer Einſam⸗ keit war ihre Leier ihre einzige Geſellſchaf⸗ terin, und die Geſänge, welche ihr Saiten⸗
ſpiel begleitete, beurkundeten eine ſinnende
Schwermuth, in welcher die Matronen des
Thales das Vorgefühl eines trüben Geſchicks
zu erkennen glaubten..
So ſchwanden die Jahre dahin, und wäh⸗
rend ſich in dem ubrigen Griechenlande ein


