——————
11 Gewitter zuſammenzog, welches endlich in dem Peloponneſiſchen Kriege ausbrechen ſollte, reifte Zoe in der Einſamkeit, uunr ihren ein⸗ fachen Pflichten nachlebend, zur herrlichen Jungfrau empor. Was ihre Kindheit ver⸗ ſprochen hatte, ging in Erfüllung, und je⸗ der, der ſie ſah, mußte bekennen, daß ſich ſelbſt die glühendſte Einbildungskraft keine reizendere Geſtalt ſchaffen konnte. Ihrem ſchlanken Wuchſe war die Kleidung des Lan⸗ des völlig angemeſſen. Eine von einem Gür⸗ tel zuſammen gehaltene Tunika wallte ihr in reichen Falten bis auf die Füße hinab, ein kurzes geſchmackvolles Oberkleid und eine Schärpe machten den übrigen Theil ihrer Kleidung aus. In ihrer Einſamkeit bedurfte es keines Schleiers, um den zudringlichen Blick fremder Augen abzuwehren, und es war demnach ihren dunklen, nur mit einer Roſenknospe oder mit einem Veilchenſtrauße geſchmückten Locken geſtattet, feſſellos über ihren Marmornacken hinab zu wallen. Das


