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Die Tochter des Verbannten
Entstehung
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trat, um ſie auf immerdar zu verlaſſen? Dies war das Schickſal des Reuters, welcher ſein Roß in eins der Thore von Athen hin⸗ einlenkte. Der Zuſtand des Thieres beurkun⸗ dete die Eile ſeines Herrn und die ängſtliche

Unruhe, mit der er ſich durch die Gaſſen da⸗

hin bewegte, zeugte, daß wenn Athen auch ſeine Geburtsſtadt war, es dennoch aufgehört hatte, ſeine Heimath zu ſeyn. Er war be⸗ waffnet und vom Kopfe bis zum Fuße ge⸗ rüſtet; weshalb aber trug mitten im Frieden er allein dieſe kriegeriſchen Zeichen? Und weshalb dieſe Haſt, dieſe umherſpähenden Blicke, dieſe lauſchende Wachſamkeit? Dies zu unterſuchen, iſt nicht der Zweck dieſer Geſchichte; wir wollen weder ſeine Blicke noch ſein ſchuldbelaſtetes Leben entziffern er möge ſeines Weges dahin reiten, uns ge⸗ nügt es, dem theilnehmenden Leſer zu berich⸗ ten, daß es in dem ganzen großen, volkrei⸗ chen Athen keinen Sterblichen gab, der ſein Loos gegen das dieſes ſchmach und ſchuld⸗ 1*