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und Kind dahin; Auguſt, Emilie und Roſalie blieben bei Sophie’n zuruͤck.
Die Baronin verlor nach einigen Jahren ihren Gemahl und aͤußerte in einem Briefe den Wunſch Secthal zu beſuchen;
man lud ſie freundlich ein, und ſie mochte
wohl mit der Abſicht kommen, ſich fuͤr im⸗ mer dort anzuſiedeln, denn ſie ließ gleich anfangs einige Worte daruͤber fallen. Man bot ihr von allen Seiten freundlich die Haͤnde dazu, aber bald ergriff ſie die alte Sehnſucht nach dem Gewuͤhl der Haupt⸗ ſtadt, und ehe man ſich's verſah, kuͤndigte ſie Allen den Entſchluß an, dahin zuruͤck⸗ kehren zu wollen. Sophie, die Beſſeres von ihr gehofft hatte, ſah ſie mit Betruͤb⸗ nis ſcheiden, aber halten konnte ſie ſie nicht. Da die kleine Adele ihr, durch ihre auſſerordentliche Schoͤnheit, ſehr gefallen atte, ſchickte ſie fuͤr dieſe unaufhoͤrlich die
oſtbarſten Geſchenke, ja ſie wagte es ſogar
darauf hinzudeuten, daß es ihr Freude machen wuͤrde das holde Kind ſtets um ſich zu haben, in welchem Falle ſie es zu ihrer einzigen Erbin ernennen werde; aber man achtete natuͤrlich nicht darauf.
Was Sophie an Roſalien gewon⸗ nen hatte, war ihr erſt recht klar gewor⸗ den, ſeit dieſe in der Pruͤfung mit dem Grafen ſo herrlich beſtand; beide Frauen trennten ſich nicht wieder. Die Landraͤ⸗ thin liebte Adelen; wie ſie die Kinder ihrer Emilie und Marie liebte, wovon
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