vermag! Sie konnten nur ungluͤcklich, nie ſchuldig werden, und das Herz ihres Freun⸗ des, wenn Sie anders auch dieſen Titel nicht verweigern, wird nie aufhoͤren, Ih⸗ nen den Zoll der hoͤchſten Bewunderung darzubringen.“.
Sie richtete ſich empor und reichte ihm die Hand, die er voll Ehrfurcht an ſeine Lippen druͤckte, dann ſah er ſie noch lange mit einem Blicke an, worin ſich Liebe und Mitleid ſtritten, und ſchied von ihr. Nach einer Stunde hatte er Seethal verlaſſen, um nie dahin zuruͤckkehren; aber er konnte es ſich nicht verſagen, noch oft an Roſalien zu ſchreiben und es entſpann ſich in der Folge ein ſchoͤnes Freundſchafts⸗ verhaͤltnis zwiſchen ihnen, das nur mit ihrem Leben endete und Beiden einen fuͤßen Troſt gewaͤhrte.
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Ein hoͤheves Gluͤck noch ſollte Wil⸗ helm und Marie kroͤnen; letztere gebar ihrem Gatten einen holden Knaben, der ganz das Ebenbild des gluͤcklichen Vaters war. Als Marie zuerſt ihr Kind in Ro⸗ ſaliens Arme legte, die es mit den Thraͤ⸗ nen der Freude benetzte, fluͤſterte ihr Jene zu:„Und Du, kennſt Du die Wonne nicht, die jetzt in meinem Herzen Raum gewon⸗ nen hat?“.


