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wollen; Roſalie, nur darum wage ich Sie zu bitten!?“ v
„Das waͤre Grauſamkeit,“ entgegnete Roſalie raſch;„nein Herr Graf, es muß Alles klar zwiſchen uns werden: ich kann nie, nie die Ihrige ſeyn, jetzt nicht mehr!“ „So haſſen, ſo verachten Sie mich!“
„Ich habe nie einen Mann ſo geachtet, wie ich Sie achte; ich haͤtte Sie lieben koͤnnen, wenn— doch nichts mehr davon! Warum ſollte ich die mir vom Schickſal geſchla⸗ genen Wunden durch Erinnerung wieder zum Bluten reizen? Verlaſſen Sie mich, fliehen Sie von dieſem Orte auf immer, der auch Ihnen nicht wohl thun kann, und laſſen Sie es mein letztes Wort an Sie ſeyn, daß ich Ihnen nie angehoͤren werde, nie ange⸗ hoͤren dar f“
„Sie reichen mir in Einem Becher Troſt und Galle, Roſalie, indem Sie mir geſtehn, daß ich Ihnen nicht gleichguͤl⸗ tig war; wodurch verlor ich dieſes Gluͤck? darf ich nicht einmal dieſes wiſſen? was machte mich deſſelben in Ihren Augen unwuͤrdig?“ 1
„Sie werden ewig dieſem Herzen der Wuͤrdigſte bleiben, aber dennoch“———
„O ſprechen ſie das Wort nicht wieder aus, das alle meine Hoffnungen zu Boden donnert! Ueben Sie Barmherzigkeit an mir, laſſen Sie mich wiſſen, welches Schickſal uns ſo feindlich trennt, und mir ein Gluͤck entreißt, dem ich, wie Sie mir ſelbſt ge⸗
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