Teil eines Werkes 
2. Theil (1825)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

mals und Jetzt hielt mich ſo ganz gefangen, daß ich unfaͤhig war, eine gewoͤhnliche Ent⸗ ſchuldigung hervorzubringen. Zum Gluͤck kam mehr Beſuch, denn es war die Stunde, wo meine Tante gewoͤhnlich Geſellſchaft annimmt. Als ſie ſich anſchickte, die Neu⸗

angekommenen zu bewillkommen, neigte ſich

der Graf zu mir und fluͤſterte mir zu: Ich danke Ihnen fuͤr das Lied, wie es war, denn ſo hat es mir am wohlſten ge⸗ than; dieſe Worte, dieſe Melodie haben wie ein Agathodaͤmon auf mich gewirkt und rein nehme ich Ihr Bild mit mir, wenn ich reiſe, was in wenigen Tagen geſchieht. Er ergriff bei dieſen Worten meine Hand und hauchte einen leiſen Kuß auf dieſelbe. Die Geſellſchaft vermehrte ſich nach und nach, und dehnte ſich zu einem bunten Kreiſe aus; der Graf blieb hinter meinem Stuhle. Als Alles in lautem Geſpraͤche begriffen war und er ſicher ſeyn konnte, von den An⸗ dern nicht gehoͤrt zu werden, ſluͤſterte er mir noch zu:Sie ſind nicht gluͤcklich,

d