15
die Convenienz erfordert, und tauſendmal ſchwebt das mir geſtattete trauliche Wort auf meinen Lippen, tauſendmal war ich ſchon in Gefahr unſer ſuͤßes Geheimnis zu verrathen. Ich will mir lieber die Wonne verſagen, ihn ſo oft zu ſehen und ſeltener die Prinzeſſinnen beſuchen. Auch er ſcheint ſehr aͤngſtlich zu ſeyn, den ſtets empfiehlt er mir die groͤßte Vorſicht an.
Meine Tante hat ihm den Schluͤſſel zu unſerm Gartenhaͤuschen, auf ſein dringen⸗ des Bitten, gegeben; wenn er oͤffentlich ſo oft zu uns kaͤme, wuͤrde es Verdacht erwe⸗ cken, denn ſagt nicht ein Dichter:
„Manch' liebend Paar zu trennen und zu
quaͤlen, „Sind Haß und Stolz verſchworen und be⸗ reit.“—*)
Den 10ten Juni⸗ Prinz Wilhelm iſt krank und Emil ſcheint ſehr beunruhigt.— Er liebt dieſen
*) A. W. von Schlegel.


