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und Gewiſſen nicht geweſen waͤre, den ſie in ihm vermuthete? Sie konnte das nicht wiſſen, denn wie wenig weiß ſie uͤberhaupt von ſeinem innern Seyn und Weſen! Aber ich, ich durfte ihm vertrauen, ich wußte gleich, was ich an ihm beſaß und durfte ſo auf ſeine Liebe und Treue rechnen, weil ich ihn ganz erkannt hatte.
Kaum hatte ich dem Freunde das verab⸗ redete Zeichen mit der Guitarre gegeben und wir ſaßen in ſeliger Freude in der ſchoͤ⸗ nen Bluͤthenlaube nebeneinander, ſo erſchien meine Tante am Eingange derſelben, und doch war ſie vor einer Staude ſchon wegge⸗ fahren. Erſchrocken fuhren wir empor und ſtanden wie arme Verbrecher vor der anſchei⸗ nend Zuͤrnenden, die beſonders den Prin⸗ zen mit harten Worten anredete, der ſich aber bald wieder faßte, und ihr mit maͤnn⸗ licher Feſtigkeit und Wuͤrde, aber nicht ohne Ehrerbietung, entgegentrat.„Ich fuͤhle,“ ſagte er,„daß Sie ein Recht haben zu fra⸗
gen, in welcher Eigenſchaft ich hier neben


