Teil eines Werkes 
2. Theil (1825)
Entstehung
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ich nie geglaubt. Obgleich ihre Handlungs⸗ weiſe mich gluͤcklich macht und gegen jede Gefahr ſicher ſtellt, ſo ſchaudre ich doch davor zuruͤck, und in dieſem Augenblick er⸗ ſcheint mir ihr ganzes Leben als eine große Luͤge, als eine Kette von Verſtellungen; mein Vertrauen hat ſie auf ewig einge⸗ buͤßt! Wie hielt ſie uns am Faden, wie lenkte ſie uns nach ihrem Willen, ohne daß wir es wußten! und kam bei ihren weit⸗ ausſehenden Plaͤnen wohl unſer inneres

Gluͤck im Geringſten in Betracht? rechnete

ſie vielmehr nicht einzig und allein auf mein aͤußeres? Das Diadem wollte ſie auf mein Haupt ſetzen, gleichviel um wel⸗ chen Preis, und darum ſpielte ſie ein ſo gefaͤhrliches Spiel, denn ihr ungemeſſener Stolz, ihre Eitelkeit gefaͤllt ſich in dem Gedanken, ihren Zoͤgling auf dem Fuͤrſten⸗ ſtuhle zu ſehen und im Wiederſcheine ſeines Glanzes ſelbſt zu glaͤnzen. Wie aber? wenn ſie ſich nun in dem Prinzen getaͤuſcht ge⸗

habt haͤtte, wenn er der Mann von Ehre