Teil eines Werkes 
1. Theil (1825)
Entstehung
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beſten Gefuͤhle zu unterdruͤcken. Sie ward eitel, gefallſuͤchtig und herriſch, denn Alles was ſie umgab, ſchmeichelte ihr und beugte ſich ihrem Willen, weil die Baronin nicht litt, daß man ihr widerſprechen durfte; ſie wollte ſich gleichſam in ihr gehuldigt ſehen, und da ſie ihre Pflegetochter auszeichnete, weil ſie ſie liebte, mußte ſich Alles derſelben unterordnen.

Roſalie lernte ſo nicht, ſich einen Wunſch zu verſagen, ſie lernte die Kraft nicht kennen und uͤben, welche Gott in un⸗ ſer Herz gelegt hat, um uns, ſobald wir nur ernſtlich wollen, zu Herren unſerer thoͤrigen Wuͤnſche und Leidenſchaften zu machen; und wehe dem, der dieſe Kraft nicht kennen lernt, denn er wird fruͤher oder ſpaͤter das Opfer ſeiner eigenen Be⸗ gierden und Wuͤnſche werden!

Von ihrem zwoͤlften Jahre an, durfte Roſalie alle geſelligen Vergnuͤgungen der Baronin theilen, denn dieſe war ungedul⸗ dig ſie in die große Welt einzufuͤhren und

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