Teil eines Werkes 
1. Theil (1825)
Entstehung
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arme Roſalie, ein Kind von uͤberraſchen⸗ der Schoͤnheit und von der Natur mit ei⸗ nem feurigen, liebebeduͤrftigen Herzen und einer reichen Phantaſie ausgeſtattet. Aus den großen, dunkeln Augen blickte eine ſanfte Schwaͤrmerei; der kuͤhne Bau der hochge⸗ woͤlbten Stirn verrieth eine Fuͤlle von Ge⸗ danken und Bildern, wie einen feurigen, emporſtrebenden Sinn; um den ſchoͤn ge⸗ formten Mund hatten ſich Wohlwollen, Gutmuͤthigkeit und Offenheit gelagert und vollendeten ſo die Schoͤnheit und das cha⸗ rakteriſtiſche dieſes wirklich bezaubernden Antlitzes. Dem entſprechend war alles An⸗ dere an der aͤußern Erſcheinung Roſaliens und ſelbſt der Anſtand dieſes kaum neun⸗ jaͤhrigen Kindes imponirte ſchon.

Mit ſichtbarer Ueberraſchung und Freude weilten Joſephinens Augen auf dem ſchoͤnen Kinde, und mit unverſtellter Zaͤrt⸗ lichkeit ſchloß ſie daſſelbe in ihre Arme; eine ſolche Tochter zu beſitzen, wie wuͤrde das ihren Stolz, ihre Eitelkeit befriedigt haben!