Teil eines Werkes 
1. Theil (1825)
Entstehung
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ſie liebte bereits, und zwar ungluͤcklich. Der einzige Mann, der ihr zu imponiren gewußt hatte, dem ſie ſich mit der ganzen Gluth einer jugendlichen Neigung hingege⸗ ben haben wuͤrde, brach ihr die Treue und ward der Verlobte einer Andern, und an eben dem Tage, da dieſer ſeine Hand ihrer gluͤcklichen Nebenbuhlerin reichte, verlobte ſie ſich mit dem um viele Jahre aͤltern, geiſt⸗ und herzloſen, aber unermeßlich reichen Baron von Wieburg, der ſich mit unter der Zahl derer befand, die ſich um ihre Hand bewarben.

Dem Pſychologen iſt es freilich ein nicht

zu loͤſendes Raͤthſel, wie Maͤnner und Frauen, die durch ein unguͤnſtiges Schick⸗ ſal verfolgt, nicht zum Beſitze deſſen gelan⸗ gen koͤnnen, was ihnen allein ihrer Nei⸗ gung wuͤrdig ſcheint, ſich, um den Schmerz ſolches Verfehlens zu beſchwichtigen, ſo oft an das Unwuͤrdige wegwerfen, gleichſam als ſuchten ſie dadurch dem Geſchicke zu trotzen, daß ſie nun gar nichts mehr von