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mete. In dieſen ſtillen Kreis war Marie zu treten beſtimmt, waͤhrend ein viel glaͤn⸗ zenderes Loos der Schweſter zu harren ſchien.
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Die Baronin Wiebu rg war eine von den Frauen, welche gewohnt ſind, eine be⸗
deutende Rolle in der Welt zu ſpielen.
Herz⸗ und gemuͤthlos, aber fruͤher mit rei⸗ cher Schoͤnheit und großen Talenten aus⸗ geſtattet, war ſie in ihrer Jugend ein Stern erſter Groͤße am Hofe geweſen, denn ſchon in ihrem ſechzehnten Jahre ward ſie zur Hofdame ernannt, weil ihre ſehr mittelmaͤ⸗ ßigen Vermoͤgensumſtaͤnde eine ſolche An⸗
ſtellung fuͤr ſie wuͤnſchenswerth gemacht
hatten. Die ganze maͤnnliche Jugend des Hofes bewarb ſich um die Gunſt und Nei⸗ gung des ſchoͤnen Fraͤuleins, ohne auch nur das geringſte Zeichen des Entgegenkommens von ihrer Seite erlangen zu koͤnnen, denn
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