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werde fortbeſtehn koͤnnen, und wie es in Zukunft mit ihm werden duͤrfe, davon hatte ſeine verduͤſterte Seele keinen Begriff, denn ſie konnte ja nur Einen Gedanken faſſen: den ſeines unerſetzlichen Verluſtes.
Die erſten Stralen des Tages, die ihre Augen nun nicht mehr erblicken konn⸗ ten, fielen ſchon durch die Oeffnungen der noch immer vorgezogenen Fenſter⸗Vorhaͤnge und kaͤmpften mit dem immer mehr erloͤ⸗ ſchenden Lichte der Nachtlampe, die noch vor dem Sterbebette auf dem Tiſche ſtand. Beide Lichter werfen nun ihre matten Stralen auf das ſchoͤne erbleichte Antlitz der Geſchiedenen, das ſanft zu laͤcheln ſchien und auf dem man jene himmliſche Ruhe und ſtille Freudigkeit wahrnahm, die ſchoͤ⸗ nen Leichen eigen zu ſeyn pflegt und ſo ruͤh⸗ rend als herzerhebend iſt. Die Wanduhr im Zimmer ſetzte ſo ruhig und ungeſtoͤrt ihren einfoͤrmigen Pendelſchlag fort, als ſey in ihrer Naͤhe gar nichts geſchehen; die Mobilien, die Buͤcher ſtanden in eben der


